Wer oder was beeinflusst deine Stimme?

Natürlich nur du selbst! Oder etwa nicht?

Deine Stimme wird durch ganz unterschiedliche Faktoren beeinflusst - und den ersten großen Teil machst tatsächlich du aus.

Lies weiter und erfahre, welche Teile von dir das sind.


Wer oder was beeinflusst deine Stimme

Diese sechs Einflüsse kommen von dir


Dein Körper:

Angespannte Schultern, angespannte Bauchmuskeln oder ganz krumme Sitzposition

Deine Atmung:

Tiefe ruhige Atmung, Atmung mit dabei hochgehenden Schultern, ganz schnelle Atmung

Deine Gedanken:

Negative Bewertung des eigenen Sprechens, gedankliches Abdriften, intensiver gedanklicher Fokus auf den Inhalt des Gesprochenen

Deine Emotionen:

Wut, Zufriedenheit, Freude

Deine Anatomie:

Ein großer oder kleinerer Kehlkopf, großer oder kleinerer Ansatzraum (Rachen, Mundraum, Nasenraum)

Deine Persönlichkeit:

Extrovertiertheit, vorsichtiges Herangehen an neue Situationen, analytisches Herangehen an neue Themen


Das ist schon ganz schön viel, oder?

Viele Bereiche, die Einfluss darauf nehmen, wie deine Stimme klingt. Ich finde das ja ziemlich faszinierend. Je nachdem, was wir gerade denken, wie es uns geht und was wir vorher gemacht haben, sprechen wir anders. So wird es nie langweilig!


Aber natürlich ist es hier noch nicht vorbei.



Andere Menschen haben auch ihre Finger im Spiel


Wir sprechen anders, unsere Stimme klingt anders, wir drücken uns anders aus, unsere Körperspannung ist anders - je nachdem, wer unser Gegenüber ist. Das können feine Unterschiede sein zwischen dem Gespräch mit Schwester 1 und dem Gespräch mit Schwester 2. Aber auch größere Unterschiede, wie zwischen Unterhaltungen mit der Chefin oder mit dem besten Freund.

Zu jedem Menschen in unserem Umfeld haben wir eine andere Beziehung, wir nehmen eine andere Rolle ein. Und wir treffen sie in unterschiedlichen Situationen und möchten mit unserem Gespräch unterschiedliches erreichen, von der Beförderung über Verständnis bis zum Erhalt konstruktiver Ratschläge.


Puh, also haben auch noch andere Menschen einen Einfluss auf unsere Stimme! Sie beeinflussen schlussendlich wieder die Faktoren, die ich dir zuerst genannt habe - sie regen in uns an, dass beispielsweise die Körperhaltung und die Emotionen geändert werden.


Einen letzten Teil sollten wir uns noch anschauen. Dann kommt keiner mehr, versprochen!



Laut und unaufgeräumt vs. ruhig und strukturiert


Zur Situation, in der wir anderen Menschen begegnen, gehört natürlich auch die Umgebung – diese beeinflusst uns auch, wenn wir alleine sind.

Die Geräusche aus dem Nachbarzimmer stören, die unordentlich geknäulte Bettdecke wolltest du auch längst aufgeschüttelt haben und dein Schreibtisch ist sowieso viel zu voll.

Auch beim Üben und Ausprobieren von Stimme und Atmung ist eine Umgebung mit möglichst wenigen Ablenkern wichtig. Wie sollst du dich schließlich auf bewusstes Wahrnehmen deiner Atmung konzentrieren, wenn dich das Ticken der Uhr dauernd daran erinnert, wie spät es schon wieder geworden ist und du überall Dinge siehst, die du noch erledigen musst?

Tipp: Sorge für eine Umgebung, in der du dich wohlfühlst und in der du zur Ruhe kommen kannst. So wird deine Einheit an Stimmübungen regenerativer, wohltuender und effektiver. Aber auch das nächste Telefonat profitiert von einer klaren Umgebung, in der du dich sicher fühlst.



Der erste Schritt für deine Umsetzung


Hier kommt die gute Nachricht: An allen Faktoren kannst du arbeiten, alle kannst du bewusst zu beeinflussen lernen und steuern, wie stark sie nach außen in deiner Stimme hörbar werden.

Und so kannst du schon heute loslegen:


Aufgabe: Schaffe dir einen Ort, an dem du dich gut auf dich fokussieren kannst. Nimm dir ruhig Zeit, verschiedene Orte auszuprobieren, direkt mit dem Üben von einem Text, einem Stimm-Warmup oder z.B. Yoga oder einem guten Buch. Wenn du deinen Platz gefunden hast, kannst du ihn für all die Dinge nutzen, die du FÜR DICH tust.

Genauso ist es auch mit deinem Arbeitsplatz, soweit du diesen selbst gestalten kannst. Die Menschen, die in unserer Interaktion Einfluss auf uns nehmen, können wir nicht kontrollieren. Unsere Umgebung aber schon, sodass wir einen unberechenbaren Faktor aus den Einflüssen auf unsere Stimme streichen können. Jippie!


Und die wichtigste Aufgabe für dich:

Achte doch mal auf all die Faktoren, die du gerade kennengelernt hast. Welche fallen dir besonders auf? Welche beeinflussen deine Stimme und wann? Und wann sind dir diese Einflüsse eher lästig, wann unterstützen sie dich sogar?


Viel Spaß beim Beobachten und Erforschen!